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Nachruf für Gerda Müller

geb. am 3. Februar 1909 in Dresden
gestorben am 26. Oktober 2008 in München

Am 26.Oktober 2008 ist Gerda Müller, geb. Kuntzsch, drei Monate vor Erreichen ihres hundertsten Geburtstags in München gestorben. Sie wurde im engsten Familienkreis am 9. November 2008 auf dem Friedhof in Elmau beigesetzt. Gerda Kuntzsch heiratete am 8. November 1932 den späteren Schauspieler Eberhard Müller, Sohn von Johannes Müller und Irene Sattler.
Sie verbrachte ihre Kindheit in Nedlingen im damaligen Schlesien. Das früh von ihrem Vater erworbene Gesangstalent brachte sie schon in jungen Jahren mit der Bühne in Berührung. Bis lange Zeit in ihrer Ehe mit Eberhard Müller war sie eine gefeierte deutsche Operetten- und Opernsängerin. Durch ihre Tätigkeit als Sängerin lernte sie auch Eberhard in Elmau kennen, als sie dort mit der „deutschen Musikbühne Berlin“ gastierte. Sie hat sich damals gleichermaßen in Eberhard, wie auch in die Elmau und die Familie Müller verliebt, so dass eine baldige Hochzeit fast zwangsläufig folgte.
Wie Engagements und Kritiken belegen, war ihre künstlerische Laufbahn als Sängerin zunächst erfolgreicher als die schauspielerische Laufbahn von Eberhard. In Elmau traf Gerda Menschen von hohem Niveau, die ihre Neugier und ihren Wissensdrang befriedigten, sie hatte aber auch die Fähigkeit, mit einfachen Menschen in bemerkenswerter Weise zu kommunizieren. Ihre Lebendigkeit, ihr starke Wille, ihr Temperament und ihre charismatische Ausstrahlung halfen ihr stets dabei.
In Elmau fand sie viele Freunde und Verehrer, auch und besonders in der Zeit nach dem Tode Eberhards im Jahre 1995, die sie dank eines ihr gewährten Wohnrechts dort noch mehr als 10 Jahre bis zum Schlossbrand am 7.August 2005 wahrnehmen durfte. Ein besonderes Element dieser Zeit in Elmau waren ihre „Tischrunden mit alteingesessenen Elmauer Damen“, wie Agnes und Manne Müller, Frau Lücke, Frau Domin, Frau Zimmer nebst gelegentlichen „geduldeten Gästen“ in dieser Runde. Der Mittagstisch im Wintergarten war berühmt-berüchtigt, wurde dort doch die Güte des Essens kritisch bemäkelt. So wurde Gerda im Schloss zu einer „nachhaltigen“ Instanz, zum Ansprechpartner für Lob und Tadel, besonders nach den von Dietmar Müller veranlassten Veränderungen. Ihre musische Begabung pflegte sie in der ihr eigenen Art weiter. Sie ließ kein Konzert und keine Lesung aus und entwickelte ein dichterisches Talent , an dem sie allerdings nur engste Vertraute teilnehmen ließ.  

Tochter Birgit Conrad  

Über die vielen Jahre ihres „Elmauer Lebens“ war Gerda Müller dem Freundeskreis Elmau e.V. eng verbunden, nahm häufig an den Mitgliederversammlungen teil und hatte viele Freunde im Kreise der Vereinsmitglieder. Wir bewahren der im Alter von 99 Jahren Verstorbenen ein herzliches Gedenken. 

Hans Jürgen Michael 

 

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